Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

den deutschen Reitern/ und andern Fremden in franzö-sischem Solde, ansehnliche Rückwände schuldig. DasFinanzkollegium stellte einen Menschen mit NamenOtoplote an/ der den Agenten dieser Fremden zu ver-stehen geben mußte, sie dürften nicht hoffen, jemals dieBezahlung zu erhalten, wenn sie nicht von selbst so vielnachließen, daß man sie, ohne dieKasse zu erschöpfen, be-friedigen könnte. Man kam überein, wie viel abgezogenwerden sollte; aber die Herren vom Finanzrath brachtendie ganze Schuldsumme in Rechnung, und bestahlenalso den König, oder vielmehr die rechtmäßigen Schuld-ner um den Ueberschuß. Man könnte noch eine Men-ge solcherZüge anführen. Auch schwammen dieseHer«ren im bleberfluß, unterdessen es dem Könige selbst undin seinem Hause an allem mangelte, wenige Tagevorher, ehe er mir diesen Brief schickte, hatte er ihnengeschrieben, er brauche zu einer wichtigen Unternehmung(der Belagerung von Arms) 800 Thalcr; er bar sie,er beschwor sie, ihm diese Summe zu verschaffen; abersie waren taub. Ihre ganze Antwort war, weit ent-fernt ihm übermachen zu können, was er verlangte,wüßten sie kaum mehr, wie sie sein Haus erhalten soll-ten. Es ist der Mühe werrh, zu sehen wie sie es un-terhielten, dies königliche Hauö.Zch bin ganz nahebei) meinen Feinden" schrieb mir dieser gute Fürst,und habe kaum einmal ein Pferd, auf dem ich fech-ren, oder eine vollkommne Rüstung, die ich anlegenkann. Meine Hemden sind ganz zerrissen, meine Röckehaben Löcher an den Eienbogen; meine Kessel ruhensehr fleißig, und seit zwei) Tagen bitte ich mich hierund da zu Gaste, denn meine Lieferanten sagen, siekönnen mir nichts mehr auf meine Tafel schaffen."Desto besser war der Tisch bey den Herren Finanzräthenbesorgt. Heinrich beklagte in seinen Briefen diese schrei-enden Mißbräuche noch weniger um seiner selbstwillen,

als