Heiken mit mir reden konnte, die er fast ganz vergessenhatte. Nächst der Frau von Rosiereö beklagte er sicham meisten über den König, denn sein Geist harte diesonderbare Stimmung angenommen, daher nur überdiejenigen klagte, die er liebte. Er hatte den Königgebeten, ihm die Anordnung über seine Pfründen zuüberlassen; und wenn Sr. Majestät ihn nicht günstigangehörk hätte, sagte er, so könne dich keinen andernGrund haben, als daß entweder der König ihn nichtliebre, oder daß er noch nicht aufrichtig der katholischenReligion anhienge; (denn wie kann man ein guterKa-ihvlik, und doch einem Kardinal nicht in allen Stückengefällig ftyn?) Gleich darauf, ohne zu bedenken, mitwem er sprach, bac er mich, mich zum Vercheidigerder Römischen Religion bey dem Könige aufzuwerfen,ihn darin zu bestärken und ihn zu einer genauen Unter-handlung mit dem Pabst zu bewegen, daß er den Hei-ligen Vater um seinen Seegen bäte, damit dieser inder Folge seine Ehe mit der Königin Margaretha vonValoiS aufheben und ihm dieErlaubniß geben möchte,eine andre Prinzessin zu heirathen, mit welcher er Kin-der zeugen könnte, die dem Hause Bourbon die Krone,und Frankreich den Frieden und die Ruhe versicherten.Das Ende dieser Rede war verständiger, als ich es er-warten konnte. Ich fand nichts dagegen einzuwenden,selbst nicht gegen das Lob des PabsteS, das er hinzu-fügte; denn ich gestehe, daß Clemens VM. nicht nurWeisheit und eine richtige Unterscheidung besaß, son-dern auch ein so feiner Staatsmann war, daß derSpanische Hof sich nicht rühmen kann, ihn je durchseine Verstellung getäuscht zu haben.
Der Kardinal kam nun auf die Jesuiten; und ober gleich, als ein Mann, der dem römischen Hofe er-geben war, sie offenbar begünstigte, so führte er doch