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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
101
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Anmuth einer schmeichelhaften Aufnahme, und um diekostbare Zeit nicht zu verliehren, nahm sie mich bey derHund, und führte mich durch die Gallerien und dieschönen Gärcen, die Anet zu einem bezaubernden Ortemacken. Sie unterhielt mich dabey von nichts, alsvon ihrem heftigen Wunsch, ihren Gemahl in dem sei-nem Herrn schuldigen Gehorsam zu sehen, und von denBedingungen, die sie dazu forderte. Ich übergehe alledie unter uns beiden gebilligten und verworfnen Vor-schläge. Bisher hatte ich noch nichts gesehn, als waSdem Herrn dieses wirklich königlichen Hauses Ehremachte, und ich würde den traurigen Zustand, woriner war, gar nicht bemerkt haben, hätte mich nicht dieHerzogin gebeten, und so zu sagen gezwungen, zumAbendessen und die Nacht bey ihr zu bleiben. Nacheiner Mahlzeit, auf die wir lange warten mußten, unddie eben so schlecht war, als die Bedienung dabey, wur-de ich in ein weitläufiges Zimmer geführt , das ganzvon Marmor, glänzte, aber so leer und so kalt war, daßich in meinem Bette nicht warm werden und nicht ein-schlafen konnte. Man hätte bey den kurzen und engentaftnen Vorhängen, einer bloßen Decke, die sehr leichtwar, und den feuchten Bettüchern mitten im Sommererstarren können» ich stand also lieber auf, und hofftemich Key einem guten Feuer zu entschädigen, aber dasganze Brennholz bestand aus grünem Strauch undWachholder, welches man gar nicht in Brand bringenkonnte. Ich mußte also die ganze Nacht in meinemSchlafrock zubringen, welches mich denn bey frühemMorgen wach machte. Mit Vergnügen verließ ich einso schlechtes Lager und suchte meine Leute auf, von de-nen der geringste ein besseres Abendessen gehabt und dieNacht weit bequemer zugebracht hatte, als sein Herr.

Zu Conde', wo ich alle die Bequemlichkeiten fand,die zu dem Wesentlichen einer guten Aufnahme gehören,Gz ruhte