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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
100
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Nachdem endlich diese Sache, Heren Erinnerungmir stets unangenehm gewesen ist, zu Stande gebrachtwar, beschäftigte ich mich nur noch blos mit meinerReise nach Rouen. Ich fürchtete mir Recht, daß ein solanger Aufschub alle meine ersten Maaßregeln mitVil-larö möchte vernichtet haben. Der König gab mir un-beschränkte Vollmacht, nicht nur mit diesem, sondernauch mit allen andern Gouverneurs und Offizieren inNormandie abzuschließen. Desportes kam, als ich ichBegriff war abzureiseu, und hielt mich auch noch auf.Der Baron von M/davy hatte ihn abgeschickt, umden Bischof von Evreup zu bitten , ihm auf einige Au-genblicke sein Haus zu Cond/ zu leihen, und um michzu bewegen, über diesen Ort zu gehen, um mit ihmwegen seines Vergleichs und der Uebergabe von Ver-neint mündliche Abrede zu nehmen. Ich gierig vonChartres ab und nahm mein Nachtquartier Anet,weil die Frau von Aumale schon seit langer Zeit michhatte inständigst bitten lassen, sie daselbst zu besuchen.

Diese Dame, welche gescheuter war als ihr Ge-mahl, beschwor ihn unaufhörlich, die Ligue zu verlas-sen, und zu dem König überzugehen. Außer der Pflichtund der Sicherheit fand sie auch in diesem Schritt sei-nen eignen Vortheil. Die häuslichen Angelegenheitendes Herzogs von Aumale waren so zerrüttet, daß ihmein naher Umsturz drohete, dem er nicht anders entge-hen konnte, als wenn er sich die Vortheile einräumeNließ, die bey solchen Gelegenheiten denen zu Theil wer-den, welche am ersten zu ihrer Pflicht zurück kehren.Ich trat zu Anet in einem Wirchshause ab, und unter-dessen man mein Abendessen zurecht machte, besuchte ichin Begleitung eines einzigen Pagen die Frau von Au-male. Die Freude blitzte auf dem Gesicht dieser Dame,sobald sie mich erblickte. Sie vereinigte damit alle die

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