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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
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99
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ken. Diesen Grund selbst machte ich geltend, und siemußten selbst zugeben, daß Seine Majestät ohne dasweder in ihre Aufrichtigkeit großeö Vertrauen setzen, nochauch von ihrem Gehorsam überzeugt seyn könnte. Uebecdiesen Artikel wurde viel gestritten, und alb ich endlichdurch wiederholte Vorstellungen diese Erklärung erhal-ten hatte, wodurch Madame und der Graf alle ihre vor-hergegebnen Versprechungen vernichteten, sich wechsel-seitig von aller Verbindlichkeit lossagten und sich demWillen deö Königs allein unterwarfen, so schien ihnendie Wichtigkeit dieser Schrift, und die Folgen die siehaben könnte, zu groß, und es mußte ein Mittelweggesucht werden, ohne, welchen wahrscheinlich aus derganzen Sache nichts geworden wäre. Ich sollte nehm-lich versprechen, diese Schrift aufzuheben, und sie nieaus meinen Händen lassen, selbst nicht um sie dem Kö-nig zu geben. Zum Glück'wurde nicht hinzugesetzt,daß ich sie der Prinzessin wiedergeben sollte, wenn dieSache anders ausfiele, a^ sie erwartete. Ich gab meinEhrenwort, womit sie sich begnügten, und erhielt dieErklärung in besterForm, von Madame und dem Gra-fen unterzeichnet und mit ihren Wappen besiegelt. DerKönig,' der es nicht gewagt hatte sich mit dem glück-lichen Erfolg meines Auftrags zu schmeicheln,fand doch,daß noch etwas-zu seiner Freude fehlte, so lange er die-se Schrift nicht in seiner Gewalt hätte. Er drangdeswegen einige, male heftig in mich, und hörte nicht,eher auf sie zu fordern, als bis er auö meinen Weige-rungen gesehn hatte, daß ich mein Ehrenwort nochdem Gehorsam, den ich ihm schuldig war, vorzöge.Da der Erfolg nicht den schönen Hofnungen entsprach,die ich jden beiden Verliebten gegeben Hütte, so wirdman wohl erwarten, daß sie mir den Betrug, den ichihnen gespielt hakte, nicht vergaben. Die Folge dieserMemoiren wird dieß zeigen.

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