schwiegenheit der Personen, die mir zuhörten, rechnenkönnte, so wollte ich ihnen verschiedne Sachen sagen,die ihnen nicht gleichgültig seyn würden. Es kostetden Weibern nichts, Verschwiegenheit zu versprechen,ob man sie gleich beschuldigt, daß sie sie schlecht halten.Man versprach also alles, und mit tausend Schwüren ;aber ich hatte nicht Lust, mich diesmal weiter herauszu lassen, und bath um einen Aufschub von drey Tagen,ehe ich ihnen das klebrige entdecken könnte. Man halfmir einen Vorwand finden, um meine Reise nachRouen so lange zu verschieben, und ich beurlaubte michvon dkr Gesellschaft, welche ungeduldig den Zeitpunkt,den ich bestimmt hatte, erwartete.
Nach Ablauf von drey Tagen erschien ich vünkt-tich wieder. Noch ließ ich erst eine Weile in mich drin-gen, endlich stellte ich mich, als ob ich den anhaltendenBitten der beiden Damen nachgäbe , und sagte ihnen,daß ick verschiedne male gesucht hätte , den König überdiese Heirath auszuforschen, daß er mir aber Anfangseinige Abneigung darein zu willigen gezeigt habe, ohnejedoch sich näher darüber erklären zu wollen. Ich hätteaber so sehr in ihn gedrungen, mir sein Herz darüberzu eröfnen, daß er mir endlich gestanden hätte, weitentfernt einen Widerwillen gegen diese Verbindung zufühlen, fände er sie vielmehr sehr passend; er würde frohseyn, wenn er selbst kinderlos bliebe, Nachkommen vonseiner Schwester und einem Prinzen von seinem Ge-blüt zu sehen, die er als die Seinigen betrachten könn-te; der sanfte und friedliebende Charakter des Grafenvon Soissonö und der Prinzessin sey völlig , was ecgern hätte; aber erfühlte immer, es würde ihm schwerwerden zu vergessen, daß der Graf gesucht hätte ihn zahintergehen und die Prinzessin ohne seine Einwilligungzu erhalten. Diese Rede, in welcher kein Wort war,N. Denkwürdige. H. B° G daS