74
Sechstes Buch.
^593« ^)leich nach der feierlichen Mschwörung desKönigs wurde der Herzog von Revers nach Rom ab»gesandt, um gemeinschaftlich mit dem Kardinal vonGondy und dem Marquis von Pisany dem Pabst diebey solchen Gelegenheiten gewöhnliche Unterwerfungzu bezeigen. Obgleich diese Veränderung ein tödlicherStreich für die Ligue war, so wollten doch die Spanier,und der Herzog von Mayenne sich noch nicht ergeben.Sie suchten ihre Anhänger zu überreden, daß sie nochHilfsquellen übrig hätten, um selbst diesen Schritt desKönigs unnütz zu machen. Aber sie sprachen alle ge-gen ihr besseres Wissen, und diese verstellte Zuversichtzielte blos darauf ab, von dem König noch beträchtli-chere Vorthelle zu erlangen, ehe er sich auf dem Thronebefestigt hätte.
Diefi ist nicht eine bloßeVermuthung, wenigstensnicht in Ansehung des Königs von Spanien, weil esgewiß ist, daß dieser durch Tapiö und Stuniga demKönig anbiethen ließ, ihm eine so ansehnliche Hülfe zuschicken, daß er damit alle Häupter der Ligue sowohl alsauch die protestantische Partei) unterwerfen könnte, ohneeine andre Bedingung zu machen, als daß beide Reicheein genaues Bündniß miteinander schließen, und Heimrich versprechen sollte, die Rebellen in den Niederlan-den auf keine Weise zu unterstützen. Philipp 1l beur-theilte seinen Gegner nach sich selbst, er sah die Bekeh-rung desselben bioS als den Anfang eines neuen politi-schen Systems an, nach welchem er alle seine altenFreunde verrathen müßte. Es wird vielleicht nicht ohne
Nutzen