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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
71
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rathschlagungen, sie fühlten wohl, daß ihre Meinungohne Grund war, aber sie änderten sie deswegen nicht.Der König, der in diesem Augenblick mich erblickte, riefmir zu:Und ihr, Herr von Roßny, was steht ihr daund sinnet? Wißt ihr uns auch nichts entscheidendeszu sagen, so wenig wie die Andern?" Ich nahm nundas Wort, und scheuere mich nicht, mich gegen alle dieandern zu erklären, indem ich behauptete, man müssehier gar nicht besinnen, das Volk durch einen Zug vonGüte, den man leicht widerrufen könnte, wenn mansähe, daß er gemißbraucht würde, völlig auf die Seitedes Königs zu bringen. Alle Stimmenden faßten meineMeinung sogleich mit einem Schrey der Mißbilligungauf, welches ich immer für eine Rache wegen der Ein-willigung angesehn habe, die ich indem StaatSrath,von dem oben die Rede gewesen ist, ihnen abgezwungenhatte. Der König mußte ihrem Ungestüm nachgeben,und den Grafen von Belin unverrichteter Sachen zu-rück kehren lassen.

Heinrich unterließ nicht, seine Betrachtungen überdiese Verweigerung anzustellen, und da er urtheilte, esgehörten nicht viele von der Art dazu, um die Völkerohne Wiederkehr von ihm zu entfernen, und seine Fein-de zu einem äußersten Entschluß zu bvingen, so beschloßer seine Religionsveränderung nicht länger aufzuschie-ben. Er merkte wohl, daß er sich keine Hofnungmachen dürste, den Widerwillen gewisser Protestantenzu besiegen, oder jemals von ihnen eine völlige Einwil-ligung zu diesem Schritt zu erhalten, daß er sie viel-mehr ein wenig zwingen müsse, ohne auf einige Klagen,die zu nichts führen würden, zu achten. In Ansehungder Katholiken von seiner Partey kam eS nur daraufan, ihnen die Furcht zu benehmen, daß er sie als leuceansähe, deren er gewiß wäre, und also nur darauf

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