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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
70
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ren und die er wegen seiner Zweiftl zu Rache zog, ver-riechen ihren Glauben völlig, oder schmeichelten durcheine angenommne Verwirrung der Lehre, die man schonals die Religion des Fürsten betrachtete.

Die Häupter der protestantischen Partey warennicht so leicht dahin zu bringen. Es gab Augenblicke,wo durchaus gar nichts bey ihnen auSzurichten war.Vergebens stellte man ihnen vor, sie könnten durch ihreHartnäckigkeit schuld seyn, daß der König die Kronenicht bekäme i daß bey derNothwendigkeit, daß ein ka-tholischer Fürstauf dem Französischen Thron säße,doch, ihr größter Vortheil sey, wenn dieses grade einensolchen träfe, der ihnen seit so langer Zeit schon zuge-than gewesen wäre, und auf dessen Achtung sie sicherrechnen könnten. Sie hatten sich einmal geschmeichelt,einen Prinzen von ihrer Religion auf dem Thron, undihre Lehre als die herrschende im Königreiche zu sehen;es schien ihnen sehr hart, dieser Vortheile beraubt zuwerden, die freilich die Eigenliebe in jeder Religion fürunersetzlich ansehen muß.

Sie ließen denKönig einen.solchen Anfall von üb-ler Laune empfinden, als einige der vornehmsten Städ-te im Lande, müde, unter dem Druck der unendlichenMenge kleiner Tyrannen zu seufzen, dem König entge-gen kamen, und den Grafen von Velin an ihn abschick-ten, ihn um die Freiheit des Handels zu bitten. Hein-rich war zu Mante oder zu Vernon, als Beiin kam,ihm diesen Vorschlag zu thun, den er in der allgemei-nen Rathsversammlung annahm. Kein einziger Pro-testant war der Meinung, daß man das Gesuch zuge-stehen sollte. Noch sonderbarer ist es, daß sich die Ka-tholiken alle eben so darwidersetzten, ohne einen einzi-gen triftigen, oder nur scheinbaren Grund angeben zukönnen. Alle mit einander verwirrten sich in ihre» Be-

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