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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
69
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UebrigenS beurtheile man das Geständniß, dasich hier ablege, nicht falsch. Es ist kein Wunder, daßHeinrich, der nie anders als in diesen unablässigen Zu-sammenkünften und Conrroversen hatte von Religionreden hören, sich auf die Seite hinziehen ließ, die manSorge getragen hatte, stets zur siegenden zu machen,denn man muß hier als eine Frucht der weifen Erwar-tung des Königs bemerken, daß am Ende Alle bis aufdie Protestanten, ja noch mehr, selbst bis auf die refor-mirten Geistlichen, die bey diesen Zusammenkünften ge-braucht wurden, dahin kamen, daß sie fast überzeugtwaren/ die Religionsveränderung Heinrichs sey eine zumWohl des Staats, zum Frieden und selbst zum Vor-theil beider Religionen durchaus nothwendige Sache.Durch diese Gesinnung entstand eine Art von allgemei-ner Zusammenverschwörung in allen Gemüchern, ihndahin zu lenken. Die reformirten Geistlichen verthei-digcen sich entweder nicht mehr, oder thaten es doch nurso schwach, daß der Vortheil stets auf der Seite ihrerGegner blieb. Sie murrten nicht, wenn man auchmanchmal bey den Zusammenkünften ohne sie fertigwerden konnte. Der Abt du Perron, der hier in sei-nem völligen Glanze erschien, war nicht der Mann dersich die Frucht ftines Sieges hätte entreißen lassen,sanft und einschmeichelnd in der Unterredung, mit einerstarken und überredeten Veredtsamkeit, einem uner-schöpfiichen Vorrath von Gelehrsamkeit, der durch einaußerordentliches Gedächtniß stets auf daö genauste un-terstützt wurde, den man weder besiegen noch eines Jr-thums überführen konnte, wenn man nicht eine ganzeBibliothek zur Hand hatte, welches doch nur eine schläf-rige Art der Verteidigung wird. Von der Gefällig-keit gegen einen Fürsten bis zur Schmeichelei) ist nurein kurzer Schritt. Einige von den reformirten Geist-lichen, die am meisten um die Person des Königs wa-E z ten