zu zwey dicken Schlauchen von erocknem Leder, mit gu-rem Pulver gefüllt, ließ ich Raum; sie berührten mitdem einem Ende das eingeschloßne Pulver, und kamenaußerhalb des Thurms zusammen bey einer Pulverrin-ne, wo die Mine angezündet werden sollte. Der Her-zog von Montpensier, der diese Maschine wollte ein-richten sehen, bekam dabey einen Büchsenschuß insGesicht.
Alle Welt erwartete nun ungeduldig, wie diesegroße Arbeit zu meiner Verwirrung ausschlagcn würde;und als man den Augenblick wußte, wo ich es losbren-nen wollte, kamen sie alle zusammen, um die Wirkungdaran zu sehen. Sie erfolgte nicht schnell; es entstandvon Anfang nur ein dumpfes Getöse und viel Rauch,und ich mußte schon eine Menge verächtlicher Blickeund Spottreden über meine Mine auShalten. Aberich wurde schnell gerächt. Nach einer halben viertelStunde stieg eine weit dichtere Rauchwolke von demThurm auf, und in demselben Augenblick sah man ihngrade in der Mitte auseinander bersten. Die eine Hälf-te stürzte ein, und begrub eine Menge Männer undWeiber unter ihren Trüinmern; der andre Theil bliebstehen, so daß man auf seinen Böden alle die, welchesich darin eingeschloffen hatten, ganz unbedeckt seheckkonnte. Vor Schrecken über einen so fürchterlichen Zu-fall, wozu noch das Feuer kam, welches unsre Solda-ten sogleich und ohne einen Fehlschuß zu thun auf siemachten, erhüben sie ein jämmerliches Geschrei). DerKönig hatte Mitleid mit ihnen, und verbokh, fernerzu feuern. Er ließ diese Unglücklichen herunter holen,und schenkte jedem einen Thaler. Das Schloß ergabsich sogleich, und dießrnal dachte ich, würde man mirdaö Gouvernement einer Stadt nicht verweigern, diefast allein durch mich eingenommen worden war; aber
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