Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

6o

den entscheidenden Streich geführt hatte, reden. Ichrechnete einst dem König über hundert von diesen Leu-ten bey ihren Namen her. Es würde ein schönes Ge-mälde geben, wenn man nur auf einen Augenblick dasHerz dieser hitzigen Rathgeber öfnen und der Welt vor-legen könnte; Eitelkeit, Begierde nach Gunst, niedrigeVorthelle, schimpfliche Kunstgriffe, Eifersucht, Betrug,Verrätherey, das wäre alles, was man darin findenwürde.

Einige legten selbst in dem lezten Augenblick dieMaske nicht ab, mit welcher sie das Vorrecht, sich demKönig zu nähern, mißbrauchten, um ihn desto sichererzu verrathen, und ihm Fallstricke zu legen, denen keinAndrer entgangen scyn würde. Ungern nenne ich hierVilkeroy und Jeannin, aber die Sache ist zu bekannt,und ihre nachherige Scham, als der König ihnen zuFontainebleau öffentlich darüber gerechte Vorwürfemachte, ist hinreichend, sie zu überführen, so wie auchdie eigennützige Art, mir der sich Villeroy nachher be-trug. Nur noch erst zwey Tage vor der'Abschwörungdes Königs wußten diese beiden Herren sich so glücklichMühe zu geben, daß sie eine geheime Versammlungzu Stande brachten, welche aus den Pabstlichen undSpanischen Ministern, den vornehmsten Häuptern derLigue, die gegenwärtig waren, und den Bevollmächtig-ten der abwesenden Herzoge von Nemours und Mer-X coeur bestand. Hier ließ der Legat sie alle auf daöKreutz, das Evangelium und selbst auf die Hostieschwören, daß sie die Ligue so lange unterhalten wollten,bis man- es wird mir schwer, e§ zu sagen aufdem Throne von Frankreich einen König sähe, derSpa-nien angenehm wäre, haupksiichlich aber den Königvon Navarra nie dafür zu erkennen, selbst wenn er auchsein Geburrörechr durch eine aufrichtige Abschwörung

unter-