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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
27
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nem Vergnügen zitterte ich, daß meine Schwäche odermeine Unfähigkeit mich zu einem Schritt verleitenmöchten, der - nicht mir, denn bey solchen Gelegen-heiten , glaube ich, denkt man wohl am wenigsten ansich selbst, sondern dem Fürsten, der sich auf mich ver-ließ, Schaden bringen könnte.

Von diesem Augenblick an gebrauchte ich eben sogroße Vorsicht bey meinen Rathschlagen, als der Königfür seine Person anwendete. Ich bereitete mich durchdaL tiefste Nachdenken über den Zustand der benachbar-ten Königreiche im allgemeinen, über Frankreichs läge,über die Parteien, welche zertheiltcn und über dasVerhältnis des Königs insbesondre, dazu vor. Ichbedachte, daß wenn man bey Aufträgen, wie der Wei-nige nie, selbst ohne seine Schuld, einen Fehler begehenkann, ohne einen Vorwurf deswegen zu verdienen, manhingegen jeden Tadel sich zuzieht, wenn die Jrrthümer,in die man verfällt, daher kommen, daß man sich mirLeidenschaft betragen hat. Diese Betrachtung bewogMich, zuerst meine eignen Neigungen und Gesinnungenmit Fleiß zu studiren, und üverführte mich von derNothwendigkeit, daß ich damit anfangen müsse, meineignes Herz zu zwingen, sich zu überwinden und sichseiest zu vergessen. Ein ernsthafter Rückblick aus meinevorige Aufführung ließ mich die Ungerechtigkeit derhauf-stgen Klagen einsehen, die ich mir gegen das Betragendes Kgnigö gegen mich und gegen die Protestanten er-laubt hatte. Ich suchte die Ursache davon, und fandsie bald in dem gewöhnlichen Vorurtheil, daß man sichnur dadürch der Religion, die man bekennt, würdigmache, wenn man Grausamkeit, Treulosigkeit undMeineid für nichts rechnete, so bald es darauf ankäme,ihr den Sieg zu verschaffen. Ich legte diese Idee ab,die für den Urheber der Religion eben so beleidigend,