Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
XII
Einzelbild herunterladen
 

X l I Fottges. Gesch. der ftanzös. Unruhen,

Die Etaarsklugheit der Königin hielt in die-sem Sturme zwar die Guisen noch aufrecht/ weilfür sie selbst, für die Monarchie, vielleicht auchfür die Religion alles zu fürchten war, sobald siejene durch die Bourbonische Faklion unterdrückenließ. Aber eine so schwache und wandelbare Stü-tze konnte die Guisen nicht beruhigen, und nochweniger konnte die untergeordnete Rolle, mit wel-cher sie jetzt vvrlieb nehmen mußten, ihre Ehrsuchtbefriedigen. Auch hatten sie es nicht an Tätig-keit fehlen lassen, die Protektion der Königin sichkünftig entbehrlich zu machen, und der voreiligeTriumph ihrer Gegner mußte ihnen selbst dazu hel-fen, ihre Partey zu verstärken. Der Haß ihrerFeinde, nicht zufrieden, sie vom Ruder der Regie-rung verdrängt zu haben, streckte nun auch dieHand nach ihren Reichthümern aus, und foderteRechenschaft von den Geschenken und Gnadenges-dern, welche die Lothringischen Prinzen und ihreAnhänger unter den vorhergehenden Regierungenzu erpressen gewußt hatten. Durch diese Federungwar ausser den Guisen noch die Herzogin von Va-lentinois, der Marschall von St. Andre, einGünstling Heinrichs »., und zum Unglück der Con-netable selbst angegriffen^ welcher sich die Freyge-bigkeit Heinrichs aufs beste zu nutze gemacht hatte,und noch ausserdem durch seinen Sohn mit demHause der Herzogin in Verwandschaft stand. Reli-

gions-