vr Fortges. Gesch« der ftanzös. Unruhen,
Güte bezaubert. Nie war der französische Hof soglanzvoll gewesen, als seitdem Katharina Königindieses Hofes war. Alle verfeinerten Sitten Ita-liens verpflanzte sie auf französischen Boden, undein fröhlicher Leichtsinn herrschte an ihrem Hofe,selbst unter den Schrecknissen des Fanatismus undmitten im Jammer des bürgerlichen Kriegs. Je-de Kunst fand Aufmunterung bey ihr, jedes an-dre Verdienst, als um die gute Sache, Bewun,derung. Aber im Gefolge der Mvhlthaten, diesie ihrem neuen Vaterland brachte, verbargen sichgefährliche Gifte, welche die Sitten der Nationansteckteu und in den Köpfen einen unglücklichenSchwindel erregten. Die Jugend des Hofes,durch sie von dem Zwange der alten Sitte befteyt, >und zur llnqehundenheit eingewciht, überließ sichbald ohne Rückhalt ihrem Hange zum Vergnügen,mit dem Putze der Ahnen lernte man nur zu baldihre Schamhaftigkeit und Tugend ablegen. Be» ^trug und Falschheit verdrängten aus dem gesell- ^fchaftlichen Umgang die edle Wahrheit der Nit.terzeiten, und das kostbarste Palladium desStaats, Treu und Glaube verlohr fleh wie ausdem Innern der Familien, so aus dem öffentli-chen Leben. Durch den Geschmack an astrologi-schen Träumereycn, welchen sie mit sich aus ihremVatcriande brachte, führte sie dem Aberglaubeneine mächtige Verstärkung zu; diese Thorheit des
Hofes