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welche der Reg. Heinrichs I V. rc. v
borgen. Dann stand sie keinen Augenblick an,alle Gehemrmsse Preiß zu geben, die ein unvor-sichtiges Vertrauen bey ihr niedergelegt hatte.Nur ein einziges Laster beherrschte sie, aber wel-ches die Mutter ist von allen: zwischen Bös undGut keinen Unterschied zu kennen. Die Zeitum-stände spielten mit ihrer Moralität, und der Au-genblick fand sie gleich geneigt zur Unmenschlich-keit und zur Milde, zur Demurh und zum Stolz,zur Wahrheit und zur Lüge. Unter der Herrschaftihres Eigennutzes stand jede andre Leidenschaft,und selbst die Rachsucht, wenn das Interesse esfoderte, mußte schweigen. Ein fürchterlicher Ka-rakter; nicht weniger empörend, als jene verru-'fenen Scheusale der Geschichte, welche ein plum-per Pinsel ins Ungeheure mahlt.
Aber indem ihr alle sittlichen'Tugenden fehl-ten , vereinigte sie alle Talente ihres Standes,alle Tugenden der Verhältnisse, alle Vorzüge de-Geistes, welche sich mit einem solchen Karakter ver-tragen; aber sie entweihte alle, indem sie sie zuWerkzeugen dieses Karakters erniedrigte. Maje-stät und königlicher Anstand sprach aus ihr; glän-zend und geschmackvoll war alles, was sie anord-nete; hingerissen jeder Blick, der nur nicht in ihreSeele fiel, alles was sich ihr nahte, von der An-muth ihres Umgangs, von depi geistreichen In-halt ihres Gesprächs, von ihrer zuvorkommenden- az Güte