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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
IV
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rv Fortgef. Gesch. der ftanzöf. Unruhen,

ihrer usmpirten Würde befestigt sahen. DurchFremdlinge sich aus dem Vertrauen ihres Soh-nes verdrängt und die wichtigsten Staatsgeschäfteohne sie verhandelt zu sehen , war eine zu empfind-liche Kränkung ihrer Herrschbegierde, um mit Ge-lassenheit ertragen zu werden. Wichtig zu seynwar ihre herrschende Neigung, ihre Glückseligkeit,jeder Partei) norhwendig sich zu wissen. Nichtsgab es, was sie nicht dieser Neigung aufopferte,aber alle ihre Tätigkeit war auf das Feld der In-trigue eingeschränkt, wo sie ihre Talente glänzendentwickeln konnte. Die Zntrigue allein war ihrwichtig, gleichgültig die Menschen. Als Negen-lin des Reichs und Mutter von drey Königen, mirder mißlichen Pflicht beladen, die angefvchteneAutorität ihres Hauses gegen wüthende Parteyenzu behaupten, hatte sie dem Trotz der Grossen nurVerschlagenheit, der Gewalt inur Lisi entgegen zusetzen. Zn der Mitte zwischen den streitenden Fak-tionen der Guisen und der Prinzen von Bourbonbeobachtete sie lange Zeit eine unsichere Staats-kunst, unfähig nach einem festen und unwiderruf-lichen Plane zu handeln. Heute, wenn der Ver-druß über die Guisen ihr Gemüth beherrschte, devreformirten Partey hingegeben, erröthete sie mor-gen nicht, wenn ihr Vortheil es heischte, sicheben diesen Guisen, die ihrer Neigung zu schmei,cheln gewußt hatten, zu einem Werkzeug dazu zu' borgen.