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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
251
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geheimen Bewegungen doch ein ruhiges und einfachesAeussereS sehn ließen. Die Falschheit nahm die Merk-zeichen der Wahrheit an, der Feind bedeckte sich mitder Larve deö Freundes. Mancher, der dem Königganz ergeben schien, verrieth ihn entweder im geheimoder arbeitete doch nur für sich.

Er wäre unnütz, nicht grade heraus sagen zuwollen, daß der Marschal! von Biron oft diese Rollespielte. War's Verdruß, daß man ihm das Gouver-nement von Rouen verweigert harte, oder war's Tem.peramenks Fehler, genug, er suchte überall Verwirrungund Uneinigkeit zu verbreiten. Nie psiichkete er denallgemein gefaßten Schlüssen bcy, nie wollte er wasder König wollte. Sters widersprach er, entwederrim das Vergnügen zu haben, zu widersprechen , odernur alle Welt zu zwingen seine Meinung anzumhmen.In dem Kriegsrath, bcy Gelegenheit dessen ich dieseeinzelnen Umstande anführe, war sein Rath, wederdie Feinde zu verfolgen, noch auch in der Normandiezu bleiben. Er wollte, man sollte voraus gehn, umden Prinzen von Parma an den Grenzen der Picardiezu erwarten , wo er durch mußte, um nach Flandernzu gehen. Ein äußerst chimärischer Einsall, demaber die Protestanten, in allem dem Willen des Mar-schalls unterworfen, sogleich ihren Beifall gaben.

Der König sah wohl, daß er vergebens sich be-mühen würde, so übel gesinnte Truppen bey sich zu be-halten. Der Feldzug neigte sich zum Ende. Nach ei-ner so langen und so scharfen Belagerung, als die vonRouen, seufzte der Soldat »ach Ruhe. Heinrich woll-te sie ihnen nicht langer weigern. Er folgte dem Grund-satz, daß ein Fürst sich aus allem, was er khut, einVerdienst zu machen verstehen muß, selbst wenn es auchwider seinen Willen geschähe. Er sprach selbst miedenFremden, die in ihre Heimath jurückkehrcn wollten,

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