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Zwey Ursachen hinderten jedoch die Allsführung diesesVorsatzes, der der Religion eben so zu wieder als unna-,turlich war, ^die Schwierigkeit alle diese Körper wie-der zu erkennen, und die Furcht, daß die Protestanten,welche zwey Drittheile der Armee ausmachten, glaubenmögten, ihre Ehre beruhe darauf, an den Lebenden eineBeleidigung zu rächen, welche der Religionseifer fürdie größte von allen halt.
Der König, der diese gegenseitigen Gesinnungenbeider Parteien wohl merkte, tadelte Niemanden, undunterdrückte seine-Unzufriedenheit, die nur der allge-meinen Wuth neue Kräfte gegeben haben würde; imGe-gentheil sagte er absichtlich vor aller Welt, das Uebelsey nicht so groß, als man sichs einbildece. In derThat auch mogte es so groß seyn, als es wollte, soschien es ihm doch bey weitem noch nicht so gefährlich,als eine Trennung, die ohne eine außerordentliche Mä-ßigung von seiner Seite alle Katholiken von seiner Ar-mee entfernen, oder bey der ersten Gelegenheit die eineHälfte seiner Anhänger gegen die andre bewachen konn-te. Es war sehr hart für ihn, bey so mancherlei) undso empfindlichem Kummer gezwungen zu ftyn, ihn insein Herz zu verschließen, und statt unumschränkt zu be-fehlen sich stets zum Nachgeben lind zur Gefälligkeitherablasten zu müssen. Aber er wußte wohl, daß wenndis Sprache des Befehls von einem Mann, dessen über-legne Talente bewahrt sind, alle Menschen zum Gehor-sam treibt, sie doch nichts über Herzen vermag, welcheder ReligionSeiser beseelt und entzweiet.
Eben so gut sah er aber auch ein, daß nach demUnglück, welches durch eine so üble Aufführung entstan-den war, ihm nichts übrig blieb, als die Belagerungvon Rouen aufzuheben, und er suchte nur einen schick-lichen Vorwand zu finden, um nicht bey dieser Gelegen-heit