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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
215
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walt fortrissen. Ohne Zweifel schmeichelte er sich, daßeiner so starken Armee nichts widerstehen könnte, undwollte daher den Weg nehmen, der ihm der glorreichsteund zugleich der kürzeste sichren; und unstreitig hatte derKönig, der fest entschlossen war, sich nicht zu schonen,dieselbe Idee, da er auf die Seite des Marschalls trat.Es gieng zwar unter der Hand eine Rede in der Armeedaß seitdem Biron den König um die Stadthalterschaftvon Rouen gebeten, dieser sie ihm aber verweigert habe,weil er sie schon aufEmpfehlung des Herzogs von Mont-pensier an du Hallot versprochen hätte, der Marschallauf alle Weise die Unternehmung zu hindern suche undblos aus Neid einen Rath gegeben habe, von dem erwohl wüßte, daß dadurch alle unsre Bemühungen vonder Stadt fruchtlos gemacht werden würden; ich halteaber dieses Gerücht für eine bloße Verläumdung, welchedurch seine Feinde ausgestreut war. Gewisser ist es,daß seine ewigen Zänkereien mit dem Herzog von Bouil-lon mehr als einmal beynahe alles zu Grunde gerichtethätten, weil dieser sich dafür an dem König rächte, in-dem er die Reiter und die übrigen Deutschen, die ermitgebracht hatte, aufwiegelte. Die Batterien wur-den unterdeß, so wie man es beschlossen hatte, gegendas Fort gerichtet, und man begnügte sich, um den Flußunterhalb der Stadt zu hüten, einige KompagnienLandsknechte dahin zu stellen, welche aber, da sie beyverschiednen Ausfällen, die nach der Seite hin geschahen,viel gelitten hatten, diesen Posten den Holländern über-ließen, welche den Belagerungskrieg besser gewohntwaren. In der That behaupteten sie sich hier gut undhinderten sogar die Ausfälle nach dieser Seite. DerKönig sah bald ein, daß er ein Werk von unendlicherSchwierigkeit unternommen hatte, er glaubte aber, daßman durch hartnäckige Arbeitsamkeit am Ende allesüberwinden könne. Villars begnügte sich nicht, blos

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