Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
214
Einzelbild herunterladen
 

zog,, daß ich mir wollte gefallen lasten, nicht nur unterdem Warschau von Biron, sondern auch unter dem Her-ren von la Guiche, Born und FayoiieS zu dienen. AberBiron, der mir nicht gut war, brachte seine Generaleauf seine Seite, und ließ mich ausschließen; in der Folgewar mir dieß sehr lieb, weil die Stücke, die mir wür-den zugefallen seyn, von den Feinden weggenommenwurden.

Der Haß des Marschalls gegen mich kam daher,daß eines Tages, da im Kriegsrüth gestritten wurde,von welcher Seite man Rouen angreiffen sollte, undViron gestimmt hatte, daß dieses von der Seite desSchlosses geschehen müsse, ich mir die Freiheit nahm zubehaupten, man müsse im Gegentheil zu erst die Stadtangreiffen, weil diese am Ende die Uebergabe des FortsSankt Katharine nach sich ziehen würde. Dieser Streit-punkt war lange Zeit der Gegenstand aller Unterredun-gen, so gut bey Tische als im Kriegsrath, und Bironvergaß den Ausdruck nicht, dessen ich mich gewöhnlichbediente: Stadt erobert, Schloß bezwungen.In der That war es mir unbegreiflich, wie ein so er-fahrner Mann sich für den Angriff aus das Schloß er-klären konnte. Denn ohne weder von dem Komman-danten noch von der Besahung zu sprechen, obgleichbeide nicht von der gewöhnlichen Art waren, noch auchvon seiner vortrefflichen Bevestigung, so hatte es nochdurch die Lage des Orts den besondern Vortheil, daßman bey einem Angriff von außen nur halb so viel Leutebrauchen konnte, als die Belagerten im Stande waren,zu ihrer Vertheidigung anzuwenden, und dieß ist ziem-lich das Gegentheil von allen andern Kriegsplatzen.

Indessen drang die Meinung des Marschalls durch,weil sein Ansehn und die Abhängigkeit, wozu er die an-dern Generale gewöhnt hatte, alle Stimmen mit Ge-walt