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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
216
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die Stadt zu verteidigen. Er gieng so gar zu hemSchlosse heraus und ließ an dem Abhang des Hügels,der dem Fort gegenüber liegt, einen langen und tiefenLaufgraben ziehen, der mit dem einen Ende an das Fortstieß, und in welchen er in der Nacht eine Wache von6 bis 700 Mann stellte.

Da dieses neue Werk sich bis weit in das Feldhinein erstreckte, und den Belagerern nicht nur beyihren Angriffen auf das Schloß vielen Schaden that,sondern sie auch in Gefahr setzte, daß die Feinde ihnenin den Rücken kommen könnten, wahrend daß sie dieBesatzung vor sich hatten; so beschloß der König, sichdesselben zu bemächtigen und es unnütz zu machen. Erwählte dazu die Nacht, wo er und seine dreyhundertEdelleute in voller Rüstung die Laufgräben bezogen hat-ten. Außer unfern gewöhnlichen Waffen ließ er unsnoch Alle eine Hellebarde in die Hand und ein PaarPistolen in den Gürtel nehmen, und vierhundert Mus-ketier oder Pikonier zu uns stoßen. Es war um Mit-ternacht in einer der kältesten Decembernachke, da wirdiesen Laufgraben an verschiednen Orten zugleich angrif-fen. Eine halbe Stunde lang wurde das Gefecht sehrhartnäckig und mit gleicher Hitze von beiden Seiten ge-führt. Wir strengten unsre äußersten Kräfte an, umauf den Rand des Grabens zu kommen, und die Feindetrieben uns verschiedne male zurück. Ich wurde zwei-mal niedergeworsen, meine Hellebarde zerbrochen undmeine Waffen mir vom Leibe gerissen oder in Stückengehauen. Maignan, den ich mit mir zu nehmen disErlaubniß erhalten Hatte, hob mich auf, machte meinenKüraß wieder zurecht und gab mir seine Hellebarde.Endlich nahinen wir den Laufgraben mit stürmenderHand ein und reinigten ihn von mehr als 50 Todtenoder Sterbenden, welche wir auf den Abhang des