Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
207
Einzelbild herunterladen
 

2O7

/Unterdessen nahm ich meine Maasregeln von wei-tem, damit nachher in meinem Betragen nichts ge-zwungen scheinen mögte. Ich ließ unvermerkt Pulver-sacke auf den Wall schaffen, da, wo man Sturm lauf-fen wollte; alle Hauser, welche nach dieser Gegend hineinen Ausgang hatten, ließ ich verschließen. Die bestenSoldaten aus- den Bejahungen von Nogent, Meulanund Vernon brachte ich in kleinen Haufen in die Stadt.Nachdem alles im Stande war, hielt ich es für meineSchuldigkeit, nach Compiegne zu schicken, und demKönige von allem Nachricht zu geben; dieß war aberdie Ursach, warum mein ganzer Entwurf scheiterte.Heinrich konnte der Begierde nicht widerstehen, denHerzog von Mayenne selbst in Mante zu empfangen;er glaubte hinlängliche Vorsicht gebraucht zu haben, umunserm Plane nicht zu schaden, wenn er nicht eher,als in der Nacht der Ausführung selbst nach Mantekäme, und nicht mehr als 50 Reiter und eben so vielKnechte Mitnahme. So wie ich ihn kommen sah, warich so überzeugt, daß alle unsre Maasregeln vernichtetwären, daß ich mich nicht enthalten konnte, ihm miteinigem Unwillen den Vorwurf zu machen, daß er kämeunser Werk zu zerstöhren, und vielleicht noch obendrein,die sechs Soldaten, welche die Haupttriebräder desselbengewesen wären, auf die Schlachtbank zu liefern, wegender Bewege, die man daraus gegen sie ziehen könnte.Er versicherte mich, es würde nichts von allen dem ge-schehen, was ich befürchtete, und gieng zu dem Gou-verneur, wo er zu Nacht speisete, und dann, von seinemstarken Marsch ermüdet, sich völlig angekleidet und mitseinen großen Stiefeln auf ein Bette warf.

Die Nacht gieng vorüber und der Tag brach an,ohne daß wir Feinde erblickten. Ich hatte sie erwar-tet, indem ich die ganze Nacht mit meinem einen Bru-der