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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
141
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Solchen entsetzlichen Demüchigungen sah sich ein Königausgesetzt, der den Factionen weder zuvorznkominen,noch sie zu ersticken, oder zu zertheilen wußte; der sichmit Murhmaßungen aushielt, wo er handeln sollte; derweder mit Klugheit noch mit Nachdruck zu verfahrenverstand; ja, der niemals, weder seine Unterrhanen,noch die, die am meisten um ihn waren, kennen lernte.Die Staatsveränderungen großer Reiche, sind nichtWirkungen des Zufalls, oder des Eigensinns der Völ-ker. Nichts reizt die Großen eines Staats so sehr zumAufruhr, als eine schwache unordentliche Regierung.Das Volk aber empört sich nicht aus Lust, der angrei-fende Theil zu seyn, sondern nur, um eine unerträglicheLast abzuwerfen.

Das Andenken an die Ungerechtigkeiten Heinrichs Hl.wurde in dem Herzen des Königs von Navarra durchden gerechten Zorn über die empfindliche Beleidigung,die man einem König, der sein Verwandter war, zuge-fügt hatte, und die gewissermaaßen alle gekrönte Haup-/ ker mit betraf, sogleich überwunden. Er äußerte in demStaatörath den Schmerz, den er darüber empfand,und da der Entschluß, dem Könige von Frankreich bey-zustehen und ihn zu vercheidigen, einstimmig gefaßtwurde, so ließ er auf der Stelle seinen Sekretair ab-gehen, um diesem Fürsten zu versichern, daß seine Per-son und seine Soldaten ihm völlig zu Geboth stellensollten»

Der Graf von Soissons stets mit seinen Chimärenbeschäftigt, sah diese Begebenheit als einen Glücksfallan, der ihn von allen seinen Nebenbuhlern befreiet«,und ihn dadurch in dem Staatörath und am Hofe Hein-richs lll. allmächtig machen würde. Er sattelte daherden Augenblick um, und both demselben feine Dienstean; und um dieser Handlung ein noch größeres Gewicht

zu