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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
128
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fall n, daß sie ohne Schwerdtstreich die Flucht ergreiffenmußte, und das sehr reiche Gepäck den Soldaten zuTheil wurde. Mein Antheil an der Beute belief sichaus zweytausend Thaler. Meine Brüder waren jeztnicht mehr be» der Armee; ich hatte ihnen Pässe ver-schafft, um von la - Haye zurück gehen zu können.

Dieser Dienst blieb nicht unbelohnk; sie wirktenmir wieder einen Paß vom Hofe aus, daß ich nachParis kommen durste, wohin mich ein dringendes Be-dürfniß rüste. Man war damals in dem größten Eiferder Verfolgung gegen die Reformirten. Wohin sie sichauch wenden mochten, sahen sie nichts, als drohendeAbgründe. Auf dem Lande, wo Jedermann Soldatwurde, um zu plündern, waren ihreHäuser nicht mehr hin-reichend, sie gegen dieWuth ihrer Verfolger zu sichert?.In Paris und den großen Städten waren sie den stren-gen Untersuchungen ausgefehk, welche der Religions-rifer eingab; und die Begierde, sich durch ihren Raubzu bereichern, machte, daß sie nur gar zu grausam auS-geübt wurden. So lange die Fürsten nicht einsehen wer-den, wie weit ihre Rechte und ihre Pflichren in diesemBetracht sich erstrecken, so lange werden sie immerähnlichen Drangsalen, den traurigsten, die eine Nationbetreffen können, sich ausgeseht sehen. Sie können niestrenge genug gegen alle Arten von Handlungen verfah-ren, welche das Recht der Natur, und der Gesellschaft,oder die Gesehe beleidigen; und eine Religion, die solcheHandlungen gut hieße, müßte nothwendig mit der äußer-sten Scharfe der Gerechtigkeit verfolgt werden. Aberdieses ist auch der einzige Punkt, wo die Religion derMacht gekrönter Häupter unterworfen ist; über dasInnere der Gewissen erstreckt sich ihre Gerichtsbarkeitnicht. Bey dem Gebokh der Liebe Gottes und desNächsten, dessen verschiedne Auslegung den Unterschied