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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
122
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drückt worden wäre, denn das war nicht ihr Vortheil;aber welche Sicherheit konnte sie ihm Key dem verweg-nen und unzeikigen Schritte geben, >zu welchem sie ihnbereden wollte? Mußte er nicht glauben, daß das An-sinnen, seine Religion abzuschwören, welches sie immerwieder vorbrachte, im Grunde blos eine künstliche Fallewar, wo sie ihn hinein locken wollte, um ihn des Bei-standes der Protestanten zu berauben; die Truppen,welche er aus Deutschland erhalten sollte, durch ihnselbst zurück zu schicken; ihn an den Hof zu ziehen, undibm mit allen seinen Anhängern den Untergang zubereiten? Ich habe noch besondre Beweise, welche die-se Gedanken rechtfertigen. Um meinen Verdacht nochauf eine andre Art, als durch die Unterhandlungen, zudenen mich der König mitnahm, aufzuhellen, siengich auf feinen Befehl eine eigne Unterhandlung mit derFrau von U^ös und der Frau von SauveS an, welchedie Gesinnungen der Königin besser als irgend JemandkanAen, und mich so lieb hatten, daß sie mich stets nurihren Sohn nannten. Um ihre Gedanken desto sichererzu erfahren, stellte ich mich, als ob ich das, was ichnur noch vermuthete, 'fthon ganz gewiß wüßte, und be-klagte mich, daß die Königin Mutter auf alle Art such-te, den König von Navarra derUgue aufzuopfern. Diebeiden Damen gestanden nur im Vertrauen, sie glaub-ten, Kakherine brauche die Religion blos zum Vorwän-de, und die Sachen jenen jezt so weit gekommen, daßder König von Navarra sich nicht Unbilden müßte, an-ders, als mit den Waffen in der Hand sich heraus zuhelfen. Sie versicherten mich, diese bösen Gesinnungendes Staatsraths gegen meinen Herrn, verursachten ihnenvielen Kummer; und ob man gleich an diesem Hofe,nächst der Galanterie hauptsächlich die Kunst zu lügenstudirte, so glaube ich doch, daß sie bey diesen Wortenaufrichtig waren.

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