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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
121
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Mit diesem Fehler der ewigen Unenkschloflenheitverband der König, oder vielmehr seine Mutter nocheinen andern, welcher vollends alles verderbce. Siebediente sich stets einer gewissen kleinlichen, angenome«nen Verstellung, oder vielmehr, sie studirte recht darauf,auf eine erbärmliche Art falsch und betrügerisch zu sehn,denn darin alleLm glaubte sie, bestände die wahre Staats-kunst. Der erste dieser Fehler verbirgt uns das Uebel,welches uns drohet, der andre bindet denen die Hände,welche uns helfen könnten, es abzuwenden. Was läßtsich dabey anders erwarten, als früh oder spat selbst dasSchlachtopfer derselben zu werden? Dieß war der FallHeinrichs UI. weil er sich nicht hatte entschließen kön-nen, das ihm dargebothne Mittel, die Vereinigung derTruppen des Königs von Navarra mit den Seinigen,zu ergreiffen, um den Feinden seines AnsehnS mitNachdruck seine Macht fühlen zu lassen. Um sich da-zu zu bequemen, denn endlich that er es doch, mußteer erst in eine solche äußerste Noch kommen, dieder königlichen Würde selbst hatte eben so gefährlichwerden können, als sie dem Andenken dieses Fürstenschimpflich war.

Kacherine nahm zu ihren gewöhnlichen Kunstgrif-fen ihre Zuflucht, und glaubte sehr viel ausgerichket zuhaben, weil sie eine Menge Schritte gethan hatte. Siegierig nach Poitou, und unkerredete sich verschiedne malechrit dem König von Navarra. Bald suchte sie ihn zuverführen, bald ihn durch den Anblick der furchtbarenMacht zu erschrecken, welche auf ihn losbrechen würde,uny deren Streiche, wie sie sagte, sie bisher abgewen-det hätte. Mit einem Worte, sie sparte nichts, wovonsie glaubte, daß es ihn zur Religionsveränderung be-wegen könnte. Es läßt sich wohl glauben, daß sie esnicht gern gesehn hätte, wenn er von der Ligue unter-H 5 drückt