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Das Bündniß zwischen den beiden Königen, vondem ich eben geredet habe, schien etwas ganz anders zuversprechen, und man wird gewiß ungeduldig seyn, denErfolg desselben zu erfahren. Es war jezt schon nichtmehr die Rede davon; ein Augenblick hatte alles umge-kehrt. Dieses Betragen des Hofes scheint in derThatsehr sonderbar. Es würde ein durchaus unauflösbaresRäthsel seyn, wenn man nicht wüßte, welchen seltsamenVeränderungen ein Fürst unterworfen ist, den Unent-schlossenheit, Furchtsamkeit und Trägheit wechselsweisebeherrschen. In Staatssachen ist nichts so schlimm,als eine solche Unbestimmtheit. Man muß in so gefähr-lichen Lagen dem Zufall nicht alles überlassen, es istaber auch ein Fehler, gar nichts von ihm zu erwarten;und so bald man durch weise und kaltblütige Ueberle«Zungen sich ein Ziel vorgesezt hat, so müssen auch alleunsre Handlungen nur dahin abzwecken, es zu erreichen.Einen norhwendigen Frieden, kann man nicht zu lheuererkauffen, noch zu sehr beschleunigen; aber nichts mußman bey kritischen Umständen so sorgfältig vermeiden,als den Geist der Völker lange in der Ungewißheic zwi-schen Krieg und Frieden zu lassen. Katherinens Staats-rath handelte Nicht nach diesen Grundsätzen. Wennman in demselben einen Entschluß faßte, so war es nurfür den Augenblick; nie hatte man einen entschiednenZweck; und was man that, geschah immer auf eine sofurchtsame Art, daß man selbst dem gegenwärtigen Uebeknur sehr unvollkommen abhalf. Der Fehler eines Gei-stes, der sich immer nur mit kleinlichen und unbedeuten-den Jnkriguen beschäftigt hat, und überhaupt aller derer,die mehr Lebhaftigkeit als Beurtheiiung besitzen, iststets, sich das Gegenwärtige so vorzustellen, daß sie da-durch geblendet werden, und das Entferntere inur wieLurch einen Nebel sehen- Einige Augenblicke, einigeTage machen für sie die ganze Zukunft aus.
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