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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
116
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Mäßig an den' Laufgraben und der Untergrabung derMauer zu arbeiten. Der König-gab sich dybey außer,ordentliche Mühe, und führte selbst die Minirer an, sobald er Einmal alle mögliche Maasregeln gegen einenEntsatz, der von außen kommen könnte, genommenhatte. Die Brücken, die Zugänge und alle Wege, dienach der Stadt führten, wurden bis weit in das Feldhinein auf das sorgfältigste bewacht. In einer Nacht,da ich mit zwanzig Reitern an einem Furth des Flussesauf der Feldwacht stand, hörte ich in der Ferne ein Ge.räufch von Pferden und ein Geklirre von Eisen, wel-ches mich vermukhen ließ, daß ich bald würde angegrif-fen werden. Auf einige Augenblicke hörte das Ge-räufch auf, fieng aber bald noch stärker wieder an, undich hörte es jezt so nahe, daß ich mich in Vertheidigungs-stand setzte. Ich ließ den Trupp ganz nahe heran kom-men, damit kein Schuß fehl gienge; indem ich aber imBegriff war, zu feuern, sah ich, daß der Haufen, der«ns so sehr in Allarm gesetzt hatte, weiter nichts war,als eins Heerde Pferde und Stuten, welche in der gan-zen Ebne herum irrten, und eine Tränke an dem Flußsuchten. Ich war der erste, der über dieses Abend-theuer lachte, im Herzen aber war ich sehr froh, daßich dem Reiter, welcher uns Hülfe holen sollte, befoh-len hatte, sich nicht eher zu entfernen, als bis er sehenwürde, daß das Gefecht angegangen wäre.

Meine vornehmste Beschäftigung bey dieser Be-lagerung war die Aufsicht über das Geschütz. Manwar mit dem Sappiren endlich so weit gekommen, daßman die Stimmen der Soldaten, welche die Brustwehrbewachten, in den Logen der Minirer hören konnte. DerKönig von Navarra selbst machte zuerst dieseEntdeckung.Er rufte den Belagerten zu, und gab sich ihnen zu er-kennen, und sie waren so erstaunt, als sie ihn aus dem