Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

wollten sie in Languedoc an den Ufern der Rhone'hmziehen lasten. Nie waren noch die Meinungen so sehrgetheilt gewesen, und zum Unglück befolgte man gradedie schlechtste von allen. Man ließ sie nehmlrch durchBeauee herein dringen, ohne Zweifel, weil der Königvon Frankreich sie in der Nahe haben wollte, um sichihrer im Nochfall gegen die Ligue bedienen, oder wenig-stens diese damit in Furcht erhalten zu können. DerKönig von Navarra würde dieses wahrscheinlich nichtzugegeben haben, aber der eben erwähnte Zufall mach,le, daß er von allen diesen Streitigkeiten gar nichtserfuhr.

Er nahm mit immer gleichem Glücke Faneay undSaint - Maixant weg. Der kennen von fünf odersechs Kanonen, 'deren man sich bisher bey Belagerungennur selten bedient hatte, brachte diese Wirkung hervor.Um diese günstigen Augenblicke zu nützen, da ihm über-dem der Prinz von Conde, und la Rochefoucault, dener zum Colonel-General seiner Infanterie ernannte,zweyhundert Mann zu Pferde und fünfzehnhundert zuFuß geführt hatten, entschloß er sich, Fomenai, denzweiten Platz in Poitou zu belagern, ob er gleich wußte,daß er einen tapfer» Befehlshaber und eine zahlreicheBesatzung darin sinden würde. La Roußiere, so hießdieser Gouverneur, wollte nicht nur die Stadt, sondernauch die Kramer - Vorstadt vertheidigen. Diese lezterewar größer und reicher, als die Stadt selbst, und ringsumher durch einen breiten Graben eingeschlosten; dieZugänge ließ er tüchtig verrammeln. Der König vonNavarra ließ in einer sehr finstern Nacht die Spitzeder Vorstadt durch la Rochefoucault mit vierzig Edel-leuten angreisen. Ich vereinigte mich mit den Herrenvon Dangeau, Vaubrot, Avantigny, Challandeau,Feuquirres, de Prasseuses, ke Chöne und noch einigen^ An-