Hanger und Diener waren, selbst unter feinen Freundenund Verwandten, heimliche Feinde gefunden hat. Manmuß von den Menschen alles erwarten. Sie hängengrößkentheiis, nicht durch Dankbarkeit, Rechtschaffenheitund durch die Tugend, sondern nur durch das, wassie erwarten, und durch den glücklichen Erfolg anihren Pflichten, an der Gesellschaft an der Verwandt»schaff. Aber wie konnten diese geschickten Staatsmän-ner hoffen, Einheit und Eintracht in ihrer vorgeblichenRepublik zu erhalten, da sie ihr so viele Häupter gaben,die von einander eben so unabhängig, als einern Be-schützer, der zu schwach war, sich Gehorsam zu verschaf-fen, wenig unterworfen waren! Man sieht gleich, wasihre eigentliche Absicht seyn konnte. Sie wollten, Je-der in seinem District, sich una .hängig machen, undsahen doch nicht ein, daß eben dadurch sie sich der Will-kühr der Ligue und der Spanier preiß gegeben hätten,welche sie, einen nach dem andern, angegriffen, und soohne viele Mühe zu Grunde gerichtet haben würde.
Zum Glück konnte doch dieß Verkehr der Anfüh-rer der Reformirten mit den Fremden, welches ziemlichgeheim gehalten wurde, nicht hindern, daß die besserePartey in den Zusammenkünften die Oberhand behielt.Der Herzog von Moncmorency gab den Rath, alle soll-ten bey der gegenwärtigen Gefahr ihre Kräfte vereini-gen , und sich in den Stand setzen, sich mir Nachdruckvertheidigen zu können. Ich bestand in allen Raths-versammlungen auf der Nochwendigkeit, das Ansehneines einzigen Oberhaupts anzuerkennen, und nicht durchzu häuffige Vertheilung der Gewalt seine Kräfte zuschwachen. Einst, beym Herausgehen aus dem StaatS-rath, zog mich der König auf die Seite, und sagte zumir: „Herr Baron von Roßny, es ist nicht genug, jezt„schöne Reden zu halten, es kömmt darauf an, zu Han-,
„dein.