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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
91
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zu dem gemeinschaftlichen Zweck redlich jeder das Sei-nige beyzutragen. Viele der vornehmsten Häupter derRefornurten dachten, vpn dieser Zeit an, mehr daraus,ihre eigne Größe, als den Nutzen des Königs zu beför-dern, ohne zu erwägen, daß ihr Glück so genau mit demsinnigen zusammenhieng, daß sie unmöglich ihre Zweckeerreichen konnten, wenn seine 'Absichten fehlschlugen.Jeder baute sich, unabhängig von dem allgemeinenPlan, sein eignes Glücksschloß. Bey einer engern Ver-sammlung zu Saint Paul von -Lammte im BißchumCastro? kam diese Verschiedenheit der Gesinnungen zumöffentlichen Ausbruch, als man dem Doctor Bukrick,einem deutschen Prediger, den der Churfürsi von derPfalz geschickt harte, Gehör gab. Der Vikomts vonTürenne gab hier die ersten Beweise seines unruhigen,falschen und ehrgeitzigen Characters. Er hatte mitdiesem Bukrick ein neues Regierungssystem entworfen,und die Herren von Constans, von'AubignH von Saint-Germain - Beaupre', von Saint - Germain - de - Clan,von Brezolles und andre in seinen Plan hineingezogen.Sie wollten aus dem reformirten Frankreich eine Artvon republikanischem Staat unter dem Schutz des Chur-fürstcn von der Pfalz machen, der in seinem Namenfünf oder sechs Stadthalter in den verschiednen Pro-vinzen halten sollte.

Wenn man diesen Plan untersucht, so wird mangern einräümen, daß der König von Navarra diesenHerren weiter keinen Dank schuldig war, weil man da-durch die Prinzen vom Geblüt den vornehmen Beam-ten der Hugenotten gleich, und sie alle zu dem Rangbloßer Stadthakter eines auswärtigen kleinen Fürstenherabsetzen wollte. Doch dieß ist nicht das einzige mal,daß der König von Navarra in seinem StastSrath> lin-ier denen, die dem Anschein nach seine eifrigsten An-

hän-