?6
bant krönte, Diese Zuneigung der Flamänder zu ihm.war nur von kurzer Dauer. Der Prinz von Oranien,der einzige, der dem Volke noch lieber war, als Mon-sieur wurde in seinem Zimmer zu Antwerpen durch einenPistolschuß verwund,ec, und ob dis Wunde gleich nichttödlich war, so empörte sich doch der Pöbel, welcherdiesen Streich allein den Franzosen zuschreiben zu müssenglaubte, und wollte sie alle niedermachen. Monsieurfand nirgends Sicherheit, als indem er zu dem Ver-wundeten selbst entfloh. Nachdem die wahre slrfachdieses Meuchelmordes bekannt geworden war, suchtendie Bürger ihren ungerechten Verdacht, und der dadurchencstandnen Aufruhr durch jede Art der Entschuldigungund Genugthuung wieder bey ihm gut zu machen, aberdiese Beleidigung hatte einen zu tiefen Eindruck aufsein Herz gemacht. Er versprach sich selbst eine auffal-lende Reche dafür. Der Prinz von Oranien war nichtder Mann, der sich leicht betrügen^ließ; von diesemAugenblick an war er auf seiner Hut, denn er las indem Herzen des Prinzen seine Empfindlichkeit, und dengiftigen Groll, den er gegen alle Protestanten hegte.
Ich selbst hakte bereits persönliche Proben davonerhalten, welche, nebst andern Beschwerden, die ich ge-,gen den Prinzen hatte, mir seinen Dienst völlig zuwi-der machten. Ich hatte mich anfangs blos zu seinerPerson gehalten, und suchte ihm durch meine 'Aufmerk-samkeit sowohl als durch meinen Aufwand mich ange-nehm zn machen. Jezt glaubte ich ihm etwas vonmeinen Ansprüchen auf den Nachlaß des Vikomte vonGand sagen zu können, da er es in seiner Gewalt hatte,ihn mir zu verschaffen. Aber er nahm meinen Antragsehr kalt auf, verschob die Antwort von einem Tage zumandern, und sagte mir endlich einmal, da ich ihn drin-gender bakh, rund heraus, er könne die Erbschaft nicht
Zwey