Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

7Z

sich so wohl besetzt- daß er nicht befurchten durfte, daßman ihm Nachkommen würde. Monsieur zog nun inCambray ein, wo ihn der Gouverneur, d' Jnchy, mitgroßer Pracht empfieng. Chaceau - Cambresis wolltesich ihm nicht ergeben, und wurde mit Sturm erobert.Monsieur, der bey diesem Anfang sich durch Probenvon seiner Güte beliebt 'machen wollte, Verbots) beyschwerer Strafe alle Mißhandlungen des weiblichen Ge-schlechts, welche zu den unseeligen Rechten des Kriegesgehören; und da er fürchtete, daß weder diese Befehle,noch auch die Pest, womit der Ort augesteckc war, imStande seyn würden, den viehischen Begierden derSoldaten Einhalt zu thun, so bestimmte er die Kirchenzu Zufluchtsorten und stellte Wachen davor. Indemich durch die Straßen gimg, kam ein sehr schönes jungesMädchen, warf sich in meine Arme, und beschwor mich,indem sie mich fest umklammerte, sie vor einigen Solda-ten zu schützen, die, wie sie sagte, sich versteckt hätten, sobald ich mich hatte sehen lasten. Ich sprach ihr Muchein, und doch ihr an, sie in die nächste Kirche zu bringen»Sie antwortete mir, sie wäre schon da gewesen, manhätte sie aber nicht hinein laßen wollen, weil man wisse,daß sie die Pest habe. Ich wurde kalt wie ein Mar-mor bey dieser Rede, bis der Zorn mir wieder Kräftegab, und ich dieses Mädchen aus meinen Armen zurückstieß, das mich der Todesgefahr aussctzke, da es docheiu Mittel hatte, sich vor allen Angriffen zu schützen.Las meines Erachtens unwidersprechlich war. Ichentfloh, indem ich jeden Augenblick erwartete, daß sichdie Pest an mir zeigen würde.

Monsieur griff nachher die Passe von Arleux und! Eclüse an, wobei) sich einige Gefangne machte; da ichaber erfuhr, daß sie dem Marquis von Roulais, meinemVetter, angehörren, so schickte ich sie ohne Löfegeld zu-E 5 rück-