74
Der Prinz von Parma war 1581 mit seiner gan-zen Armee in der Gegend von Cambray, welches erblockirt hielt. Dieß war eine Gelegenheit für alle unsrerapfern Offiziere, sich auszuzeichnen, lind Jedermannwünschte, die erste Partey, die man zum recognofcirenausschichen würde, anzuführen. Diese Ehre traf mich,nach der Anordnung, die mein Freund und Verwand-ter, Fervaaueö (Wilhelm von Hautemer) als General-Quarriermeister gemacht hatte. Sie war mir aber un-nütz, denn ich kam zurück, ohne einen einzigen Gefang-nen gemacht zu Haben. Kein Mensch ließ sich außerden Linien der Belagerer blicken, ungeachtet ich ihnennahe genug kam, daß man verschiedne male auf michfeuern konnte. Der Vikömte von'Türenne hatte eineheimliche Freude darüber, weil ich sein Anerbieten, sichmit mir zu vereinigen, wenn ich bis zum folgendenTage warten wollte, abgelehnt hatte. Er nahm nunhundert auserlesne Edelleute, mit welchen er sich Cam-bray näherte, in der sichern Erwartung, daß sein Gangnicht vergebens seyn würde. Aber der Erfolg entsprachseiner Hoffnung nicht. Dieser schöne Haussen hatte das. Unglück durch achtzig bis hundert Mann von der Kom-, xagnie des Herrn von Roubais, aus dem Hause Melün,der Ln der feindlichen Armee diente, geschlagen zu wer-den, und zehn bis zwölfe von den Unsrigen, unter an-dern Vantadour und der Vikomte von Türenne selbst,wurden zu Gefangnen gemacht.
Monsieur rückte unterdessen vor, in der Absicht,dem feindlichen General eine Schlacht zu liefern; dieseraber hatte eine so vortheilhafte Stellung genommen, daßman es nicht wagen durfte, ihn anzugreiffen. In derfolgenden Nacht hob er die Blokade auf, und zog sichgegen Valenciennes zurück, ohne einen einzigen MannZu verliehren, und ließ noch übcrdem die Pässe hinter