Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

mann wie dem Fürsten vorschreibt: die Tugend unsdurch Uebung so zur Gewohnheit zu machen, daßkeine tugendhafte Handlung uns jemals sauer wird!Md daß, in die Nochwendigkeit versetzt zu wählen, ent-weder durch ein Verbrechen alles zu retten, oder allesdurch eine gute Handlung zu vermehren, das Herz jeneninueru Kampfauch nicht eimnau kenne, Herr Pflicht undNeigung sich liefern!

Es währte nicht lange, so empfand Karl die hsf-ligsten Gewissensbisse wegen der barbarischen Handlungwozu man seinen Namen und sein Anfehn geborgt hat-te, Schon am Abend des aqstcn Augusts bemerkteman, daß er wider seinen Willen bey der Erzählungvon tausend Grausamkeiten, womit jedermann kam,sich in seiner Gegenwart zu brüsten, schauderte. Vonallen denen, die um ihn waren, hatte keiner so vielenAncheil an seinem Vertrauen, als Ambrosius Parr'«Er war zwar nur sein Wundarzt, aber es herrschte un-ter beyden, ob ec gleich ein Hugenott war, eine solcheVertraulichkeit, daß, da der König am Tage des Blut?badeS zu ihm sagte, jetzt müsse alle Welt katholischwerden, Pare ihm dreist antwortete:Bey Gott«Sire, ich denke, sie werden sich erinnern, daß sie mirversprochen haben, mir vier Dinge nie zu befehlen,;,,ueh>nlich; in meiner Mutter seid zurückzukehren, einerSchlacht beyzuwohnen, ihren Dienst zu verlassen, undin die Messe zu gehen". Der König nahm ihn jetzt bey>Seite, und entdeckte ihm die Unruhe, welche ihn quälte«Ambrosius, sagte er, ich weiß nicht, was nur seitzween oder drey Tagen begegnet ist, aber mein Geistund mein Körper sind in solcher Bewegung, als sh ichdas Fieber hätte. Alle Augenblicke, wachend sowohlals träumend, scheint mirS, als ob diese Ermordeten,mit verzerrten Gesichtern und mit Blut bedeckt, sich