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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
22
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Blut ihrer Mitbürger und ihrer eignen Verwandtenbesudelten. Lieber möchte ich, wenn es möglich wäre,das Andenken eines Tages, den die göttliche Rache sechsund zwanzig Jahre lang durch eine Reihe von Mißge-schicken, Blutvergießen und Abscheulichkeiten an denFranzosen ahndete, in ewiger Vergessenheit begraben.Denn anders kann man nicht urtheilen, wenn man be-denkt, was sich alles von diesem unseligen Augenblickean, bis zu dem Frieden von r;98 zugetragen hat. Nurmit Widerwillen geschieht es, daß ich mich hier einenAugenblick bey dem, was den Fürsten, dessen Denk-würdigkeiten ich schreibe, und was mich selbst angeht,aufhalte.

Ich war den Abend vorher zeitig zu Betts ge-gangen. Auf einmal wurde ich um drey Uhr nachMitternacht durch das Geläut aller Glocken und dasverwirrte Geschrey des Pöbels erweckt. Saint Juden,mein Hofmeister, eilte mit meinem Kammerdiener hin-aus, um die Ursach des Tumults zu erfahren, und ichhabe nie wieder etwas von diesen beyden Menschen ge-hört ; wahrscheinlich waren sie von den Ersten, die vonder allgemeinen Wuth hingeopffert wurden. Ich blieballein in meinem Zimmer und kleidete mich an, alsich nach einigen Augenblicken meinen Wirth, blaß undbestürzt hercintretcn sah. Er war ein Reformirrer,und da er jetzt erfahren hatte, was vorgieng, so war ecEntschlossen in die Messe zu gehen,' um sein Leben znretten, und sein Haus vor der Plünderung zu bewahren.Er kam, um mich zu überreden, es ihm nach zu machen,und wollte mich mit sich nehmen. Ich hielt es nichtfür rathsam, ihm zu folgen, sondern beschloß zu ver-suchen, ob ich das Kollegium von Bourgogne erreichenkönnte, wo ich studirt«. Die Entfernung von demHause, wo ich wohnte, war sehr groß, dieß machte mei-nen