dort die'königliche Armee kommandirte) hatte wederseine Truppen zurück ziehen, noch auch erlauben wollen,daß sie die Befehle von dem Prinzen empfieugen. Manwußte recht gm in Rochelle, daß der König auf dieserganzen Küste eine Flotte unterhielt, von der man aberglaubte, daß sie nach Holland bestimmt wäre. Ueber-dem hatten die Bürger die Kunstgriffe entdeckt, derensich Strozzy 49), la Garde, Lansac und Landereau be-dient hatten, um die Wachen ihrer Thore zu gewinnen,und sich der Stadt zu bemächtigen. Endlich, unterdeßman die Genauigkeit, in Beobachtung des Friedens-tractatS nach feiner ganzen Starke so laut prieß, wares nur gar zu leicht, eine Menge gegen die Reformie-ren verübter Gewaltthatigkeiten zu entdecken, welche derHof entweder durch sein Ansehn unterstützt, oder mitStillschweigen übergangen hatte. Als der Kanzler von i'Hopital ;o) die Friedensstöhrer von Rouen, Dieppe,Orange rc. bestrafen wollte, so war dieß verbundenmit dem alten Groll, den man gegen ihn hegte,weil er die Wiederrufnng des Pacifikations-Edietözu unterzeichnen sich geweigert hatte, Ursache daß er vondem Hofe verbannt wurde 5 r). Und auch ohne das alles,scheint es, hatte die Kenntniß, die sie von den Charakte-ren Katharinens und ihres Sohnes hatten, den Huge-notten genug seyn sollen. Konnten sie sich schmeicheln,daß dieser von Natur ungestüme und rachgierige Fürst52) es vergessen würde, daß sie zu Meaux seiner Per-son nachgestellt, Orleans, Rouen, Bourges, Lion, undso manchen andern Ort angegriffen, Havre de Graceden Engländern eingeraumt, Fremde in das Herz desKönigreichs geführt hatten? daß er so viele Schlachten,so viel vergoßnes Blut vergessen würde? Der Nutzendes Staats, dieser den Fürsten so geläufige Name,weil er so oft ihrer persönlichen Empfindlichkeit undihren andern Leidenschaften die Larve der guten Staats-kunst
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