auf die Bourbonische Linie kommen würde; daß sie denGedanken nicht ertragen konnte, sie aus ihrer Familiewegfallen zu sehn, und sie daher den Erben bestimmte,welche aus der Heirath ihrer Tochter mit dem Herzogvon Lothringen entspringen würden zi). Es mag übri-gens mit dieser Vorliebe feyn, wie man will Z2), soviel ist gewiß, daß sie dieUrsach der Entstehung und desWachöthums jener beyden, so wol politischen als reli-giösen, Parteycn war, welche von diesem Augen bl ick andas Königreich mit Verwirrung, mit Schandthateu unddem fürchterlichsten Elend zu erfüllen begannen.
Dieß schreckliche Ungewitter schien sich blos zusam-men zu ziehen, um über dem Kopfe des jungen Prin-zen von Navarra los zu brechen. Eben war der Königvon Navarra, sein Vater, gestorben Z Z), der zwar beyseinem Tode der reformirten Religion in Frankreicheinen Prinzen und einen König zum Oberhaupt hinter-ließ: aber dieser Prinz war ein siebenjähriges Kind,und allen Streichen des neuen Staatßraths ausgesetzt,der in Verbindung mit dem Pabst, dem Kaiser, demKönig von Spanien und allen Katholiken in Europahandelte. Seine Partey litt auch in der That dieschrecklichsten Unfälle, aber dennoch erhielt sie sich mitRuhm durch die weise Aufführung ihrer Häupter unddie frühzeitigen Talente des jungen Heinrichs, bis zudem Frieden von 1570. mit welchem ich diese Memoi-ren angesangen habe.
Er nützte die Ruhe, welche er dadurch bekam, umseine Staaten, und seine Stadthalterschaft, Guyenne,zu besuchen. Nachher wählte er, nebst seiner Mutter,den Admiral von Coligny 94) und den vornehmstenHäuptern der protestantischen Partey, Rochelle zu sei-nen Aufenthalt, weil ihnen dieser wichtige und vomHofe entfernte Platz auch der vortheilhafteste zumA 5 Nutzen