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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
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LVI
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Gesch. d. ftanzös. Unruhen

Guisen ihm die Wahrheit verhüllte. Nur ein ein-zigmal schien es, als ob sein natürlicher Verstandund seine Gutmütigkeit die betrügerischen Künsteseiner Minister zu Nichte machen wollte. Die all-gemeine und heftige Erbitterung, welche bey demKomplott von Amboise sichtbar wurde/ konnte, wiesehr auch die Guisen ihn hüteten, dem jungen Mo-narchen kein Geheimniß bleiben. Sein Herz sag-te ihm, daß dieser Ausbruch des Unwillens nimmer-mehr ihm selbst gelten konnte, der noch zu weniggehandelt hatte, um Jemandes Zorn zu verdienen.Was Hab ich dann gegen mein Volk verbrochen,fragte er seine Oheime voll Erstaunen, daß es sosehr gegen mich wüthet? Ich will seine Beschwer-den vernehmen, und ihm Recht verschaffen Mirdaucht, fuhr er fort, es liegt am Tage, daß ihr da-bcy gemeynt seyd. Es wäre mir wirklich lieb, ihrentferntet euch eine Zcitlang aus meiner Gegen-wart, damit es sich aufkläre, wem von uns beidenes eigentlich gilt^ Aber zu einer solchen Probebezeugten die Guisen keine Lust und es blieb bey die-,ser flüchtigen Regung.

Franz II. war ohne Nachkommenschaft ge-storben und Vas Scepter kam an den Zweyten von

Hein-