welche d. Reg. Heinrichs IV re. xxix
deswegen kein Opfer gespart, keine Erniedrigunggescheuet. Keine Pflicht war so heilig, die mannicht verletzte, ihren Neigungen zu schmeicheln,keine Freundschaft so festgeknüpft, die nicht zerrissenwurde, ihrer Rachsucht ein Opfer Preiß zu geben,keine Feindschaft so tiefgewurzelt, die man nicht ge-gen ihre Günstlinge ablegte. Zugleich unterließman nichts, was denKonnetable Key der Königin»stürzen konnte, und sogelang es wirklich der Kabale,die gefährliche Verbindung zwischen Katharinenund diesem Feldherrn zu verhindern.
Unterdessen hatte der Konnetable alles in Be-wegung gesetzt, sich einen furchtbaren Anhang zuverschaffen, der die Lothringische Partei) überwagenkönnte. Kaum war Heinrich todt, so wurden allePrinzen von Geblüt, und unter diesen besondersAnton von Bourbon König von Navarra vonihm herbey gerufen, bcy dem Monarchen den Posteneinzunehmen, zu dem ihr Rang und ihre Geburt sieberechtigte. Aber ehe sie noch Zeit hatten, zu er-scheinen, waren ihnen die Guisen schon bey demKönige zuvorgekommen. Dieser erklärte den Ab-gesandten des Parlaments, die ihn zu seinem Re-gierungsantritt begrüßten, daß man sich künftig injeder Angelegenkeit des Staats an die Lothrin-gischen Prinzen zu wenden habe. Auch nahm derHerzog sogleich Besitz von dem Lommands der
Erup-