Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
XVIII
Einzelbild herunterladen
 

XVIn Gesch. d. französ. Unruhen

beßrung überzeugt zu fühlen. Die lesende Weltwurde täglich mit Schriften dieser Art über-schwemmt, in welchen, mehr oder minder glücklich,die herrschenden Laster des Hofes und der katholi-schen Geistlichkeit dem Unwillen, dem Abscheu,dem Gelachter bloßgestellt und die Dogmen derneuen Kirche in jede Anmuth des Stils gekleidet,mit allen Reihen des Schönen, mit aller hinreißen-den Kraft des Erhabnen, mit. dem unwidersteh-lichen Zauber einer edeln Simplicität ausgestattetwaren. Wenn man diese Meisterstücke der Be-redsamkeit und des Witzes mit Ungeduld ver-schlang, so waren die abgeschmackten oder feierlichenGegenschriften des andern Theils nicht dazu ge-macht, etwas anders als Langeweile zu erregen.Bald hatte die verbesserte Religion den geist-reichen Theil des Publikums gewonnen, eine un-streitig glänzendere Majorität, als der bloße blindeVortheil der großem Menge, der ihre Gegner be-günstigte.

Die anhaltende Wuth der Verfolgung nöthigteendlich den unterdrückten Theil, an der KöniginMargaretha von Navarra der Schwester Franz I.sich eine Beschützerin zu suchen. Geschmack undWissenschaft waren eine hinreichende EmpfehlungLey dieser geistreichen Fürstinn, welche, selbst großeKennerin des Schönen und Wahren, für die Reli-gion