UtNversalhistor'ljthe Uebersicht rc.
welcher sich in riesenmäßigen Gedankem und starktonenden Worten kund that, brachte die Seele desZuhörers in einen sülchen Aufmhr, daß sie dasVermögen verlohr, sich selbst zu bestimmen. Fer-ner ward seine Herrschaft über die Menschen durchden schnellen und scharfen Blick befördert, womiter die ganze Individualität eines Mannes, mitdem er nur einmal wenige Worte wechselte, so-gleich durchschaute. Daher blieb auch ein so leb-haftes Bild von allen Menschen in seiner Einbil-dungskraft zurück, daß er einen jeglichen, den ereinmal gesehn hatte und nach vielen Jahren wiedererblickte, so genau kannte, als wären sie täglichmit einander umgegangen. Wie gern hing maneinem Kaiser an, auf den man vor allen übri-gen einen so vorzüglichen Eindruck gemacht zu ha-ben glaubte! Wer auch allen übrigen VorzügenFriedrichs widerstand, der ward von der weib-lichen Anmuch bezaubert, welche er mit der StarkeDes kühnsten Mannes verband; die Reize beiderGeschlechter schienen sich in seinem Aeußern, wie inseinem Innern vereinigt zu haben. Wenn er saßund stand, war seine schöne Gestalt, welche durcheine mehr als gewöhnliche Höhe Aufmerksamkeiterregte, voll ernster Würde und doch schwebte oft'dis gutmüthigste Heiterkeit über seinem ganzen We-sen; seine großen flammenden Augen lächelten häufigvoll Freundlichkeit; sein kleiner zierlicher Mund ^
zeigte