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Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
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man ihm kein anders Verbrechen erweisen könne, als dieWeigerung zu erscheinen, denn dieses Verbrechen habeer ja erst nach geschehener Vorfederung begehen können,also sey die Vorfodcrung ohne hinreichenden Grund ge-wesen. Er führte ferner für sich an, daß er kraft einesReichsgesetzcS nicht gehalten sey, sich außer seinem Va-terland vor Gericht zu stellen. Er stamme aber ausSchwaben, und keiner von allen 4 Plätzen wohin manihn berufen, liege in diesem Lande. Einige Fürstenpflichteten ihm darin» bey, aber der Kaiser erklärtediese Ausflucht für nichtig. Offenbar war das Verfah-ren des Kaisers und der Fürsten bey dieser AchtSerkla-rung Heinrichs des Löwen zu rasch und zu leiden-schaftlich; die Erbitterung Friedrichs und der Neidder Fürsten hatte mehr Antheil daran, als die Gerech-tigkeit

UsbrigcnS ist es zum Erstaunen wie schnell diesesUrtheil zur Vollziehung gekommen ub.d wie plözüchder mächtigste Fürst Deutschlands, auch den Kaiser nichtausgenommen, in einen armen Fürsten verwandelt wur-de. Friedrich gebrauchte die Politik, beide Herzogrhümerihren beiden mächtigsten Nachbarn aufzutragen, welche ansich schon stark genug waren, sich darinn zu behaupten.Sachsen erhielt ein Nachkomme Albrechrs des Bären,Markgrafen von Brandenburg, Bernhard von AnhaltBaiern wurde dem Pfalzgrafe» Otto von Wittelspachübergeben. Um aber auch diese neuen Herzoge nicht allzu mächtig zu machen, zergliederte Friedrich beide Her-zogthümer, indem er einige Städte darin, wie Lübeck undRegenspurg, für Reichsfrey erklärte, und viele abgeris-sene Stücke von beiden an andere Fürsten und Bischösseverschenkte. Dem Heinrich blieb nichts als seine sächsi-schen Erblande, Braunschweig und Lüneburg, die keineReichslehen waren, ihm also auch nicht von Reichswegengenommen werden konnte». Baiern gab Heinrich so-gleich ohne Widerstand verloren; aber in Sachsenhoffte er sich zu behaupten, weil er sich dort aus seinenErblanden verstärken konnte. Er machte auch wirklichseinen Gegnern dort viele Arbeit, und sie konnten nichtsgegen ihn ausrichten, bis der Kaiser selbst mit einerstarken Armee sich in Sachsen zeigte. Jetzt gab sichHeinrich der Löwe überwunden und zu Erfurt warf ecsich i. I. n 8 ?- zu den Füssen des Kaisers. Einen ss