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Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
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den Rücken kehrten, handelten die Italiener, als ob siegar keinen Herrn über sich hätten. Friedrich wollte denersten Schrecken benutzen, den die Demüthigung desstolzen Mailands in der ganzen Lombardey verbreitethatte; und er hielt dieses für den günstigsten Zeitpunkt,die Regalien der deutschen Kaiser in Italien auf immerfestsetzen zu lassen.

Das Studium des römischen Rechts war eben da-mals in vollem Flor auf der Universität zu Bononien,und die Eitelkeit der Italiener, die allein im Besitz wa-ren, es zu lehren und auszuüben, legte demselben eingrößres Gewicht bey, als ihnen selbst vortheilhaft war.Das römische Recht war zu einer Zeit abgefaßt worden,wo man mit der königlichen Gewalt ganz andre Begriffeverband, als in dem zwölften Jahrhundert; die Ideen,welche darinn zum Grunde lagen, Ware» der Monarchieauserst günstig. Dieß wußte Friedrich, und er glaubtedie delikate Materie der Regalien keinen bessern Händenanverkrauen zu können, als den Lehrern des römischenRechts, und zugleich keinen, gegen welche die Italienerweniger einwenden könnten. Er ließ deßwegen vier derberühmtesten Doctoren aus Bononien kommen, und trugihnen auf, die Majestätörechte der Kaiser zu untersuchen.Diese, um in einer so bedenklichen Sache nicht alles aufsich zu nehmen, verlangten, daß man ihnen die an-wesenden Richter der lombardischen Städte zugesellenmöchte. Friedrich ernannte aus jeder Stadt zwey, undvon allen diesen wurde nun gemeinschaftlich über dieseSache berathschlaqt. Gerechter konnte Friedrich nichtverfahren, als daß er die Gerechtsame der deutschenKaiser über Italien nicht durch deutsche sondern durchItalien ische Gelehrte und durch die eignen Ma-gistrate der Italienischen Städte bestimmen ließ.

Z48. Seine Klagen betrafen zuerkannt hätten.

Die für den Kaiser so vortheilhaft ausgefallene Er-klärung der Regalien hatte dem Pabst wenig Freudegemacht. Je weiter sich die Gewalt der Kaiser in denAngelegenheiten Italiens erstreckte, desto mehr mußte siedie päbstliche Macht beschränken. Adrian IV. regte

sich