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Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
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sich deßwegen bald und als Friedrich fortfuhr in denStreitigkeiten der lombardischen Städte als obersterRichter zu Verfahren, und die ihm zugesprochenen Rega-lien durch seine Bevollmächtigten in Empfang nehmenzu lassen, so konnte Adrian nicht unrhätig bleiben. Weildas Fodrum (oder die, während der Anwesenheit derKaiser in Italien, von den Städten gefederte Liefe-rungen) auch von päbstlichen Gütern eingesammelt wur-den , so war der Pabst noch näher dabey interessirt.Schon drohte ein sehr bedenklicher Bruch des Kaisers mitder Kirche, als Hadrian starb. Vor seinem Lode hatteer sich in ein enges Bündniß mit Mailand und Bresciagegen Friedrich eingelassen, an welchem mehrere Kardi-nale Theil nahmen. In diesem Bündniß versprach mansich, unter andern, keinen als der dieser Partey holdseyn würde, zum Pabstthum gelangen zu lassen" Auchmit dem König Wilhelm von Sicilien, Rogers Sohn,trat Adrian in geheime Traktaten.

37 9 Ueber die neue Pabstwahl entstanden jetzt unterden Kardinälen zwei) Parkeyen.

Noch bey Lebzeiten Adrians gab es zwei) Faktionenin der Stadt Rom, wovon die eine es mit dem Kaiser,die andre, und zwar die stärkere, mit dem König vonSicilien hielt, um mit dessen Hülfe die Freiheit Italiensund der Kirche gegen den Kaiser zu verthcidigen. Manvergaß, wie viel gefährlicher die italienischen Normännerder römischen Kirche und dem ganzen Italien seyn müß-ten, als die Deutschen. Jene waren durch ihre naheNachbarschaft fürchterlicher, und hatten es mehr als ein-mal bewiesen, wie viel sie sich gegen den Pabst heraus-nehmen konnten. Weit weniger hatte man von dendeutschen Kaisern zu fürchten, die einen so weiten undmühsamen Weg nach Italien hatten, von dem gutenWillen ihrer Vasallen äüserst abhängig und überhaupt inDeutschland allzusehr beschäfftigt waren wenigstensdurch die römische Politik beschäfftigt werden konntenum in Italien viel größes zu unternehmen die sichauch gewöhnlich nach einem Feldzug von wenigen Mo-naten von dem größten Theil ihrer Truppen verlassensahen, weil die Ungeduld den Deutschen nach Häufte trieb,oder ansteckende Seuchen Vas Heer verminderten. ^ ^