znlegeir. DerPabst wagte sich nun aus seiner Festungheraus und kam sogar zu einer persönlichen Unterre-dung in das kaiserliche Lager. Hier aber kam es zneinem sonderbaren Streit. Der Kaiser gieng, der Ge-wohnheit nach dem Pabste ehrfurchtsvoll entgegen, warfsich vor ihm nieder und küßte ihm die Füße. Unglück-licher weise unterließ er aber, den Steigbügel des PabstSzu halten, welches Lothar und vermuthlich nochmehrere seiner Vorgänger beobachtet hatten. DieseUnterlassung hielt man auf päbsilicher Seite für einevorsetzliche Handlung, für ein Zeichen der Feindselig-keit, und bey einem so ceremoniösen Hof als derPabstliche war, mußte sie um so mehr Eindruck machen.Alle Kardinale, welche im Gefolge des PabsteS warenflohen im ersten Schrecken nach Castellano zurück, derPabst aber äußerte seine Empfindlichkeit dadurch, daßer dem Kaiser den sonst gewönlichen Friedenskuß ver-weigerte. „Weil du mir die gewöhnliche schuldigeEhre nicht erzeigt hast, sagte er zu Friderich, die alledeine Vorfahren, die rechtgläubigen Kaiser, unsere Vor-fahren, den römischen Pachten auö Ehrerbietung gegendie Apostel Petrus und PaukkS erzcigr haben, so wer-de ich dich nicht zum Friedenskuß annehmen, bis dumir Genugkhuung geleistet hast. — Friedrich antwor-tete, daß ihm von dieser Schuldigkeit nichts bekanntsey, und daß er die Sache erst mit den Fürsten über-legen müsse. Ein ganzer Tag gieng mit dieser armse-ligen Streitigkeit hin, biß endlich die altern Fürsten,welche zugegen gewesen, als Lothar den Pabst Inno,eenz ll. empfangen, auSsagten, daß er ein Gleiches ge-than habe, worauf Fridrich hingieng, und das Geschafftdes Cteigdägelhaltens mit einer Flinkheit und Geschick-lichkeit abthat, daß sich die ganze Armee daran erbaute.
267. Gesandte auö England von König Heinrich.
Von Heinrich dem Zwevten. Er war ein Sohn Ma-thildens, Wilhelms des Eroberers Tochter, und Kaiser' Heinrichs V. Wittwe, und eines Grafen von Anjou.Er verband mit seinem Königreich Engländ die ProvinzenNormandie, Anjou, Touraine und Alaine auf dein festen
Lande