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Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
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Karl der Große durch Besiegung Desiders 774dem langobardischen Reich ein völliges Ende machte.

2zo-2Z i. Die beyden vornehmsten Höfe schmolzen inEinen zusammen.

Die Zusammenkunft des Kaisers mit dem heiligenVater gicng doch nicht so friedlich ab, als man aus denWorten des Textes schließen dürfte. Nachdem Frie-drich die lombardischen Angelegenheiten in Ordnung ge-bracht und sich zu Pavia n ?5 die Krone der Lom-bardei) hatte aufsetzen lassen, rückte er in schnellemMarsch gegen Rom an. um dort die Kaiserkrone zuempfangen. Rom geriekh über seine eilfertige und sowenig vorbereitete Ankunft in die größte Bestürzungwelche dadurch vermehrt wurde, daß der Pa bst unddie Römer noch immer mit einander im Streit lagen.Da Niemand wußte, ob Fridrich als Feind oderals Freund erschiene, so flüchtete sich der PabstHadrian IV in die feste Stadt Castellano, um von da ausdie Präliminarien, welche allemahl der Krönung vor-her zu gehen pflegten^ mit dem Kaiser zu berichtigen.Es verdient in der That bemerkt zu werden, wieschwankend und unsicher die Pabstliche Macht auchin ihrer höchsten Fülle noch immer gewesen ist. JederKaiser, der an der Spitze eines Heers gegen Rom imAnzug war, setzte sie in Schrecken, bis sie wußten,wie sein Karakter sey und wie er gegen den römischenStuhl denke. Ihr Ansehen beruhte auf der Meinung,darum sah man sie immer zittern, ehe sie von den Ge-sinnungen der deutschen Kaiser unterrichtet waren. Dieängstlichste Fürsorge wandten sie an, sich gegen eineGewaltthatigkeit oder Untreue von Seiten des Kaiserszu verwahren, und es war zwischen den beiden Häup-tern der Christenheit, dem Geistlichen und dem Weltli-chen Monarchen, so weit gekommen, daß vor der Ccre-monie der Kaiserkrönung jeder dem andern einen Eidschwören mußte, daß er an ihm nicht zum Meuchelmör-der werden wolle.

Dießmal wurden die Traktaten bald in Richtigkeitgebracht, weil Fridrich nichts als die Kaiferkrone wolltte, und keinen Anstand nahm, den verlangten Eid ab-

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