tracht in dieser unglücklichen Stadt. Immer schwebteden Römern das Phantom ihrer ehemaligen republikani-schen Freyhcit und ihrer Weltherrschaft vor Augen, aberes konnte sie bloß zum Hochmuth und zu Empörungenreitzen, nie zur Größe, nie zu einem kraftvollen undüberdachten Unternehmen begeistern. Wenige Stunden»sn Rom wagte cS die Stadt Tusculo, ihre Unabhängigkeitgegen diese ehemalige Welthcrrscherinii zu behaupten. DieEmwohner von Tnsculo waren kriegerisch, und derGeist der Frenheit beseelte sie. Die Römer konntenmit dieser kleinen Stadt, die gleichsam an den Thorenvon Nom lag, nicht fertig werden -- so tief war Romherabgcsunkcn. Eine unversöhnliche Erbitterung warzwischen diesen bcydcn benachbarten Städten, und jeschimpflicher cs den Römern war, eine so kleine Stadtnickt bezwingen zu können, desto weniger konnte sie denLusculanern ihre Frcyheit vergeben^ Endlich gelangeS dem Pabst Jnnocenz !I diese Stadt zu bezwingen,und nun verlangten die Römer von ihm, sie ihrer Ra-che , aufzuopfern und ganz und gar za zerstören. Alsder Pabst dieses nicht wollte, so sagten sie ihm den Ge-horsam auf, und erwählten sich, wie sie schon mehr-mal gethan hatten, Senatoren, die den alten rö-mischen Senat »erstellen sollten. Sie suchten alleSouverainitätsrcchte an sich zu ziehen, und übertrugeneinem Bürger, unter dem Namen eines Parritius,die höchste Aufsicht über ihre neue Republik.
Dieses Betragen der Römer gegen den Pabst, so wiedas Betragen mehrerer lombardischen Städte gegen ih-ren Bischofs, wurde durch die Lehren eines gewissen.Mönchs, des Arnold von Brescia, vorbereitet. DieserArnold, war durch den Jnvestiturstrcit unter den vo-rigen Regierungen aufmerksam darauf gemacht worden,daö Recht der Geistlichkeit auf weltliche Besitzungen zuuntersuchen, und er hatte gefunden, daß es dem geist-lichen Beruf schnurgerade zuwiderlaufe, Regalien undliegende Gründe zu besitzen. Freiwillige Gaben fcyencs allein, w'aS den Geistlichen gebühre. Diese Behau-ptung mußte Key dein Volk um so mehr Glück machen,ze armer dasselbe war, und je mehr der Aufwand derBischöffe seine Augen beleidigte. Arnold mußte zwarItalien räumen, aber seine Lehre hatte tiefe Wurzeln
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