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Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
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drücknng der weltlichen Macht durch die geistliche, unddes Despotismus der Kaiser auf gleiche Art verhindertzu haben.

229. Im dritten Jahr seiner Regierung.

Wenn es je dem deutschen Reiche wichtig,war, seineAnsprüche auf Italien durchzusetzen, so war jetzt diehöchste Nothwendigkeit dazu vorhanden. In den Städ-ten der Lombardei) war seit einiger Zeit eine RevolutionVorgegangen, welche die deutschen Kaiser in Gefahr setz-te, die Herrschaft über Italien auf immer zu verlieren.

Schon zu den Zeiten Kaiser Heinrich IV^. ja nochfrüher hatten die lombardischen Städte angefangen, wich-tige Schritte zu ihrer Freiheit zu thun, worum selbstdie Kaiser sie unterstützten. Diejenigen Städte, welcheunter Bischöffen standen, machten sich von der Gerichts-barkeit derselben frey; standen sie unter der Gerichts-barkeit dcö benachbarten Adels, so wurden auch dieseFesseln abgeworfen. Sie schufen sich einen eigenenMagistrat aus ihrem Mittel; Kaufleute, Künstler,Handwerker, denen es nie erlaubt gewesen war, Waf-fen zu führen, bewaffneten sich jetzt und die gemeinschaft-liche Sache wurde durch kriegerische Bürger vertheivigt.Sie befestigten ihre Mauern, und pflanzten auf dieselbedie Fahne der Freiheit. Durch die Menge der Flucht,linge, welche ihre Zuflucht zu ihnen nahmen, durch Auf-munterung des Ackerbaus und der Industrie wuchs disBevölkerung, und nach und nach sah man aus jederdieser Städte ansehnliche Kriegsheere hervor kommen,Jeder Bewohner war zugleich Soldat, und er war keinschlechter Soldat, weil er Vaterland und Hecrd, Weibund Kinder, Eigentbum und Freiheit vcrtheidigte. Jenaher diese neu entstandenen Republiken ihrem Ursprungswaren, je lebhafter man sich noch der vorhergegangenenDienstbarkeit erinnerte, desto höher wurde das frischerworbene Gut der Freiheit geschätzt, desto tapfrer vcr-theidigt. Der benachbarte hohe Adel, der auf seinenSchlössern residirte, konnte diesen kriegrischen Bürger-Heeren, die ein so feuriges Interesse begeisterte, nichtlange widerstehen; und er konnte es um so weniger,da er sich von mehr als Einer Seils angegriffen sah.